PyCCS-2050
Im Projekt PyCCS-2050 wird die industrielle Skalierung von Pyrogenic Carbon Capture and Storage (PyCCS) bis 2050 erforscht, also die dauerhafte Entfernung von CO₂ aus der Atmosphäre durch Biomasse-Pyrolyse und die nicht-oxidative Nutzung der Produkte Biokohle, Bio-Öl und Pyrolysegas. Ziel ist es, die Kohlenstoffbindungseffizienz zu erhöhen, neue stoffliche Nutzungspfade zu entwickeln, robuste Monitoring-, Reporting- und Verification-(MRV)-Konzepte im Einklang mit künftigen deutschen und EU-Regelungen zu etablieren sowie ökologische und ökonomische Effekte ganzheitlich mittels Lebenszyklusanalysen zu bewerten. Die Hochschule Offenburg (HSO) verantwortet dabei zentrale technologische Entwicklungen im Bereich der Pyrolyse und Gasnutzung: An der bestehenden Anlage wird eine Kondensationseinheit zur Abtrennung und stofflichen Nutzung von Bio-Öl installiert, während das kondensatfreie Pyrolysegas experimentell charakterisiert und energetisch bilanziert wird. Auf dieser Datengrundlage simuliert die HSO Prozessketten zur Nutzung des Pyrolysegases – insbesondere zur Ammoniakproduktion im Haber-Bosch-Verfahren – unter Einbeziehung von Gasaufbereitung und Abwärmenutzung und bewertet diese hinsichtlich Effizienz und Kosten. Darüber hinaus werden innovative Gasreinigungsschritte im Labormaßstab entwickelt und getestet. Damit trägt die HSO entscheidend dazu bei, PyCCS von einer primär energiegetriebenen Anwendung hin zu integrierten, stofflich orientierten und klimawirksamen Nutzungskonzepten weiterzuentwickeln und die technologische Basis für eine nachhaltige industrielle Umsetzung zu schaffen.
Laufzeit
April 2026 – März 2029
Förderung
BMBFTR
Projektpartner
Universität Hamburg
Hochschule Geisenheim
Institut für nichtklassische Chemie (INC)
Ithaka Institut gemeinnützige GmbH